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Biikebrennen – darum solltest Du die friesische Tradition erleben

Biikebrennen - darum sollstest Du die friesische Tradition erleben Küstenglück

Das Biikebrennen ist das erste große Event des Jahres an der friesischen Nordseeküste. Wir verraten Dir, warum Du das traditionelle Fest unbedingt miterleben solltest.

INHALT:

1. Biikefeuer vertreibt den Winter

2. Petermännchen oder Holzfass

3. Klönschnack mit Fackel tragen

4. Lodernde Flammen vor traumhafter Meerkulisse

5. Schmeckt lecker: Grünkohl satt

Es gibt Erlebnisse, die verursachen eine wohlige Gänsehaut und bleiben in unserem Herzen als wunderschöne Erinnerung. Das Biikebrennen gehört definitiv dazu. Jedes Jahr wird am 21. Februar in Schleswig-Holstein, auf den friesischen Nordseeinseln und Halligen der Winter vertrieben. Mit Feuer, Punsch und Grünkohl.


1. Biikefeuer vertreibt den Winter

Biikebrennen - darum sollstest Du die friesische Tradition erleben Küstenglück Feuer1Das Biikebrennen gilt als ältester nordfriesischer Brauch und war ursprünglich ein heidnisches Ritual. Biike ist das friesische Wort für „Bake“, was so viel heißt wie „Zeichen, Mal oder Hinweis“. Das Biikebrennen ist also ein Feuerzeichen, mit dem traditionell böse Geister vertrieben und die neue Saat geschützt werden sollten. Der Ursprung dieser Tradition ist nicht ganz klar. Um 1740 wurde das Feuer noch an langen, hakenähnlichen Stangen umhergetragen. 100 Jahre später verabschiedete man die Seeleute mit dem Brauch zum ersten Walfang des Jahres.

Viele Geschichten ranken sich um das Biikebrennen. Unsere Lieblingsgeschichte die der Walfängerfrauen auf den Inseln. Während die Männer wagemutig hinaus auf die Nordsee fuhren, um Wale zu fangen, nutzten die zurückgebliebenen Frauen die Situation auf ihre Weise. Offiziell als Abschied für ihre Männer, entzündeten Sie ein großes Feuer. Doch der Feuerschein sollte nicht nur Richtung Nordsee, sondern vor allem Richtung Festland Signale senden. Angeblich gaben die Frauen den Männern auf dem Festland so ein Zeichen, dass sie nun Hilfe benötigen würden. Sowohl im Haus als auch bei gewissen anderen Dingen…


2. Petermännchen oder Holzfass

Biikebrennen - darum sollstest Du die friesische Tradition erleben Küstenglück StrohpuppeHeute ist das Biikebrennen ein norddeutscher Wink mit dem Zaunpfahl Richtung Winter. Denn der soll Ende Februar nun endlich verschwinden. Eine wichtige Rolle dabei spielt das sogenannte Petermännchen. Es handelt sich um eine Strohpuppe, die an einigen Orten ganz oben auf dem Biikefeuer angebracht und ebenfalls verbrannt wird. Ursprünglich verwies das Petermännchen vermutlich auf den Papst und den damit verbundenen christlichen Glauben, der zu heidnischen Zeiten vielerorts abgelehnt wurde. Andernorts stellt man heute auf die Biikespitze ein altes Holzfass. Fällt es hinunter, ist der Winter vorüber.

Übrigens, das Biikebrennen gehört seit 2014 offiziell zum immateriellen UNESCO Kulturerbe.


3. Klönschnack mit Fackel tragen

Biikebrennen - darum sollstest Du die friesische Tradition erleben Küstenglück FackelnBei Tageslicht sieht der Biikehaufen ziemlich unspektakulär aus. Ein großer Berg aus Tannenbäumen, Reisig und Zweigen eben. Nichts Spektakuläres. Doch wenn die Dunkelheit über das Land zieht, wird es magisch. Einheimische, Freunde und Besucher versammeln sich meistens hinter dem Deich, um dann später gemeinsam zum Biikeplatz zu gehen.

Du solltest Dich also vorher erkundigen, wo der Treffpunkt für den Fackelmarsch ist und nicht direkt zum Biikeplatz gehen. Am Sammelplatz trifft man sich, die Kinder toben zwischen den Beinen der Erwachsenen herum, die den neuesten Klönschnack austauschen. Mancherorts findet sich auch die heimische Blaskapelle ein, um den Fackelzug zu begleiten.

In jedem Ort wird es unterschiedlich gehandhabt, ob Fackeln an Besucher ausgegeben werden oder nicht. Eine Fackel zu tragen, ist bei dem beständigen Küstenwind und je nach Windstärke keine einfache Sache. Es gilt, kein heißes Wachs auf nackte Hände oder ins Gesicht zu bekommen und die Haare außer Brennweite zu halten. Während die Einheimischen sich mit derartigen Kleinigkeiten dank jahrelanger Übung nicht weiter rumschlagen müssen, liegt die volle Konzentration der frischgebackenen Fackelträger auf dem Tragen der Fackel. Wer den Marsch entspannt genießen und sich lieber dem Meerblick widmen möchte, der geht das erste Mal lieber ohne Fackel mit.


4. Lodernde Flammen vor traumhafter Meerkulisse

Biikebrennen - darum sollstest Du die friesische Tradition erleben Küstenglück GlutDann geht es endlich los. Die Dunkelheit senkt sich über die Küste, die Fackeln werden entzündet und der leuchtende Zug setzt sich langsam in Bewegung. Es wird geplaudert und gelacht. Auch als Besucher fühlt man sich nicht fremd. Entscheidender Tipp: Style Dich zu diesem Event nicht wie zu einem Galaabend. Glitzernde Ohrenwärmer oder eleganter Pelz sind hier nicht gefragt. Die Kleiderordnung lautet „praktisch und warm“. Denn wirklich warm wird Dir eigentlich nur am Feuer. Auf dem Weg dorthin besteht die Gefahr, ohne Handschuhe und Mütze schnell anzufangen zu schlottern.

Nach einigen hundert Metern ist in der Regel der Biikeplatz erreicht und man versammelt sich um den Reisighaufen. Nun wird es aufregend: die Feuerrede steht an. Sie ist in der Regel kurz und bündig, ganz nach norddeutscher Manier und endet mit dem plattdeutschen Ausruf „Tjen di Biiki ön“. Was in etwa soviel heißt wie „Feuer marsch“. Das Feuer wird von den Fackeln entfacht, die zu dem Zweck auf den Haufen geworfen werden, unterstützt von der Feuerwehr. Das Ganze wird mit einem langgezogenen Oooooohhhh“ der Anwesenden honoriert. Schon knirscht und zischt und züngelt es. Die wilden Flammen schlagen gegen den schwarzen Nachthimmel, das Meeresrauschen spielt seine Musik dazu. Der magische Moment ist gekommen. Es braucht nun keine Worte mehr. Nur noch Genießen.


5. Schmeckt lecker: Grünkohl satt

Biikebrennen - darum sollstest Du die friesische Tradition erleben Küstenglück GrünkohlSoviel „Winter vertreiben“ macht hungrig. Deswegen wird das Feuer nun den fachkundigen Händen der Feuerwehr überlassen und man widmet sich der Kulinarik. Denn dann gibt es in zahlreichen Lokalen für alle das typische Biike-Gericht: Grünkohl mit Fleisch, Wurst und Kartoffeln.

Wir können Dir sehr empfehlen, einmal das Biikebrennen mitzuerleben und wünschen Dir viel Spaß dabei.

Schreib uns doch gerne einen Kommentar über Deine Erfahrungen und Eindrücke.

Alle Termine für das Biikebrennen findest Du hier:

https://www.nordseetourismus.de/alle-biikefeuer-am-21februar

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